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DPhV fordert ECHTE Anstrengungen, qualifizierte Lehrkräfte im Dienst zu halten

 

Zu den Empfehlungen der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) zum Umgang mit dem aktuellen Lehrkräftemangel

  • Keine Versprechungen auf spätere Entlastungen („Vorgriffsstunden“), die nicht gehalten werden können
  • Keine Erhöhung der Regelstundenzahl
  • Keine Anrechnung von Zuverdienst auf das Altersruhegeld
  • Keine größeren Klassen
  • Kein digitaler Scheinunterricht

Stattdessen:

  • Ländereinheitliche Besoldung, die verfassungsgemäß und amtsangemessen ist
  • Beförderungen gegen das vorzeitige Ausscheiden aus dem Beruf
  • Beförderungsgerechtigkeit für Lehrkräfte in den östlichen Bundesländern
  • Planvolle Abdeckung des Lehrkräftebedarfs: zukünftig höhere Unterrichtsabdeckung
  • Seriöse Qualifizierung von Quer- und Seiteneinsteigern
  • Einstellung professioneller Unterstützer für Aufgaben jenseits des Unterrichts (z.B. IT- und Labor-Assistenten)
  • Reduzierung der außerunterrichtlichen Aufgaben
  • Attraktivierung des Arbeitsplatzes Schule
  • Konzentration auf den Fachunterricht

Berlin – Die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz (KMK) hat eine Stellungnahme zum Umgang mit dem akuten Lehrkräftemangel vorgelegt. Und so sehr eine wissenschaftliche Betrachtung der Problemlage begrüßenswert ist, so sehr kritisiert der DPhV die Einseitigkeit der Empfehlungen im Einzelnen. Diese ließen die Realität des Arbeitsplatzes Schule außer Acht und nähmen keinerlei Kritik am herkömmlichen Aufgabenspektrum vor. „Dass die erste Empfehlung ausgerechnet die Erhöhung des Drucks auf die im Dienst befindlichen Lehrkräfte ist, ignoriert nicht nur die bestehende Überlast, sondern wird umgekehrt zu mehr statt weniger Unterrichtsausfall führen, weil immer mehr Kolleginnen und Kollegen einfach nicht mehr können“, so die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing. „Dass dann gleichzeitig den Lehrkräften eMental-Health-Angebote als Maßnahmen zur Gesundheitsförderung empfohlen werden, ist schon fast ein Hohn“, so Lin-Klitzing weiter.

Eine grundsätzliche Aufgabenkritik mit Blick auf die vielen Herausforderungen des Lehrkräfteberufs fehle komplett. Dies sei jedoch nötig. „Die SWK empfiehlt Lehrkräften individuelle Achtsamkeitstrainings, aber es erfolgt kein Vorschlag, professionelle Supervision strukturell im System zu verankern. Das ist individuelle Verhaltensprävention, aber keine strukturelle Verhältnisprävention. Beides ist jedoch nötig“, erklärt Lin-Klitzing.

Es könne nicht sein, dass Lehrkräfte weiterhin ihre Zeit in die Organisation von Klassenfahrten und deren Abrechnung stecken, statt sich qualifiziert auf Unterricht vorzubereiten. Es müsse eher geprüft werden, ob die bisherige Aufgaben- und Arbeitsverteilung in den Schulen noch zeitgemäß und von den Lehrkräften leistbar sei, wenn man sich das gesamte Ausmaß des Lehrkräftemangels vor Augen führe, so die DPhV-Vorsitzende. Eine Konzentration auf das Kerngeschäft Unterricht sei für die Lehrkräfte mehr als an der Zeit!

DPhV-Pressemeldung vom 27.01.2023

ES GIBT NOCH RESTPLÄTZE – Fortsetzungsseminar: Dienstrecht und Aufsichtspflicht (online)

Aufgrund der großen Nachfrage bieten wir ein weiteres Fortsetzungsseminar mit Dr. Günther Hoegg am 7. Februar von 16.00 bis 18.00 Uhr online zu den Themen “Dienstrecht und Aufsichtspflicht” mit den folgenden Inhalten an: 1. Rechte und Pflichten von Lehrkräften, 2. Schulische Aufsichtspflicht und Haftung.
Das Ziel des Webinars ist es, Ihnen einen praxisnahen Überblick über Ihre Rechte und Pflichten zu vermitteln und Ihnen anhand typischer Situationen zu zeigen, wann Sie die Beaufsichtigung von Schülern entspannt angehen können – und wann nicht. Mehr Informationen.

Das Seminar wird digital über Webex durchgeführt. Einen Link zur Veranstaltung erhalten Sie rechtzeitig vorher. Bitte melden Sie sich bis zum 22. Januar 2023 bei Herrn Thorsten Rohde (rohde@hphv.de) an. Der Eigenbeitrag beträgt 19 Euro. Eine Rechnung (absetzbar) kann ausgestellt werden.
Die Teilnehmer erhalten eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an der Veranstaltung.

Deutsches Schulbarometer: DPhV fordert Politik zu nachhaltigem Handeln gegen den Lehrkräftemangel auf

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) kann die Ergebnisse des Schulbarometers, das heute veröffentlich wurde, aus eigenen Umfragen bestätigen: Lehrkräftemangel, Digitalisierung, zu viel Bürokratie und vor allem eine zu hohe Arbeitsbelastung stellen derzeit tatsächlich die größten Probleme für Schulleitungen und Lehrkräfte dar. Die Kultusministerinnen und -minister fordert der Verband deshalb dazu auf, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, die auch tatsächlich umsetzbar sind:
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Wertschätzung aller Lehrämter – aber keine Nivellierung bei der Besoldung, sondern Beachtung der unterschiedlichen Arbeitsbelastung

Der Kultusminister ist einer Dauerforderung nachgekommen: Die Lehrkräfte in den Grundschulen werden in die Besoldungsgruppe A13 eingeordnet. Den Lehrkräften sei dies gegönnt, gestaltet sich doch ihre wichtige Basisarbeit in den letzten Jahren deutlich schwieriger. Herausfordernde Unterrichtssituationen ergeben sich aufgrund der Heterogenität der Lerngruppen, von Migration, Integrationsproblemen, Inklusionsbedarf, weiterhin aufgrund emotional-sozialer Defizite und mangelhafter Deutschkenntnisse auf Seiten der Schülerinnen und Schüler. Höchst problematisch ist es, wenn Lehrkräfte sich nicht mehr auf die Mitarbeit der Eltern bei der Erziehung der Kinder verlassen können.
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Stellenausschreibung: Sachbearbeiterin (m/w/d) Mitgliederverwaltung

Der Hessische Philologenverband ist die Interessenvertretung der Gymnasiallehrkräfte. In unserer Landesgeschäftsstelle in Wiesbaden wird die gesamte Verwaltung sowie die Kommunikation mit den Mitgliedern organisiert und gesteuert.

Zur Vervollständigung unseres Mitarbeiterteams in der Geschäftsstelle suchen wir zum nächstmöglichen Termin eine Fachkraft für die Mitgliederverwaltung in Teilzeit (20 Stunden/Woche).

Zu Ihren Aufgaben gehören die komplette Mitgliederverwaltung per EDV und Ablage sowie die Erledigung von Büroarbeiten.

Wir wünschen uns:

  • eine abgeschlossene Ausbildung mit Schwerpunkt Bürotätigkeit
  • die Bereitschaft und Fähigkeit, überwiegend selbstständig zu arbeiten
  • gute Kenntnisse in der Anwendung der MS-Office-Produkte

Wir sind ein kleines Team von vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und suchen eine/n freundliche/n, unkomplizierte/n und teamorientierte/n Kollegin/Kollegen.

Ihre Bewerbungsunterlagen mit Gehaltsvorstellungen schicken Sie bitte an:

Hessischer Philologenverband e.V., Schlichterstr. 18, 65185 Wiesbaden

oder per Mail an dietz@hphv.de