Lehrer werden – Lehrer bleiben: Die Rolle der Jungen Philologen in allen Phasen der Lehrerbildung
Warum entscheidet man sich für ein Lehramtsstudium am Gymnasium?
Diese Frage steht am Anfang jeder individuellen Bildungsbiografie angehender Lehrkräfte. In der Regel lassen sich zwei zentrale Motivationsstränge erkennen: Zum einen ist es die Begeisterung für die eigenen Unterrichtsfächer – das tiefe Interesse an fachwissenschaftlichen Fragestellungen, das man weitergeben möchte. Zum anderen ist es die pädagogische Dimension – der Wunsch, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten, zu fördern und zu bilden. Beide Aspekte sind untrennbar miteinander verbunden und prägen die gesamte Lehrerbildung. Die Jungen Philologen im Hessischen Philologenverband setzen sich dafür ein, dass diese doppelte Zielsetzung – fachliche Exzellenz und pädagogische Professionalität – in allen Phasen der Ausbildung erhalten und gestärkt wird. Gleichzeitig zeigen sie auf, welche Unterstützung eine Verbandsmitgliedschaft auf diesem Weg bieten kann.
Das Studium: die theoretische Phase der Ausbildung
Das Lehramtsstudium bildet die (fach-)theoretische Grundlage der Lehrerbildung. Im Zentrum stehen fachwissenschaftliche Tiefe, didaktische Reflexion und wissenschaftspropädeutisches Arbeiten. Studierende erwerben nicht nur Wissen in ihren Fächern, sondern lernen auch, dieses kritisch zu hinterfragen, einzuordnen und weiterzuentwickeln. Diese akademische Ausbildung ist – trotz mancher Kritik über die ‘Theorielast’ des Studiums – unverzichtbar, da gymnasialer Unterricht einen hohen Anspruch an Fachlichkeit und intellektuelle Durchdringung stellt. Zudem kann später nur glaubhaft an der Erteilung einer allgemeinen Hochschulreife mitwirken, wer jenen Weg in Form eines vollumfänglichen Studiums selbst erfolgreich auf sich genommen und abgeschlossen hat.
Gleichzeitig darf das Studium nicht losgelöst von der schulischen Praxis gedacht werden. Praxisphasen, schulische Hospitationen und erste Unterrichtsversuche sind essenziell, um theoretische Erkenntnisse mit konkreten Erfahrungen zu verknüpfen. Eine gelungene Verzahnung von Theorie und Praxis – angepasst auf den gymnasialen Bildungsweg – ist daher entscheidend. Die Jungen Philologen sprechen sich klar für den Erhalt eines vollwertigen universitären Studiums aus, das sowohl wissenschaftlichen Ansprüchen genügt als auch gezielt auf die Anforderungen des Lehrerberufs vorbereitet.
Der Verband bietet Studierenden bereits in dieser Phase Orientierung: durch Informationsveranstaltungen, Beratung zu Studienstrukturen sowie Einblicke in bildungspolitische Entwicklungen. So entsteht früh ein Bewusstsein für die Rahmenbedingungen des späteren Berufs.
Der Pädagogische Vorbereitungsdienst: die praktische Phase der Ausbildung
Mit dem pädagogischen Vorbereitungsdienst beginnt die entscheidende praktische Phase der Lehrerbildung. Hier wird aus theoretischem Wissen konkrete Unterrichtspraxis. Unterricht planen, durchführen, reflektieren – und das unter realen Bedingungen des Schulalltags. Diese Phase ist anspruchsvoll und intensiv, aber auch unverzichtbar.
Die Jungen Philologen vertreten die klare Position, dass der Vorbereitungsdienst keinesfalls verkürzt werden darf. Die Vorbereitung auf ein gesamtes Berufsleben erfordert Zeit, Übung und kontinuierliche Entwicklung. Eine Reduk-tion würde zwangsläufig zulasten der Qualität gehen.
Zugleich ist Leistungsorientierung ein zentraler Bestandteil dieser Phase. Allerdings kann Leistung nur dort erwartet werden, wo die entsprechenden Rahmenbedingungen gegeben sind, um Leistung überhaupt abrufbar zu machen. Dazu gehören transparente Bewertungskriterien, verlässliche Ausbildungsstrukturen und eine angemessene Besoldung. Nur wenn diese Faktoren gewährleistet sind, können angehende Lehrkräfte ihr Potenzial entfalten.
Der Verband setzt sich aktiv für faire Ausbildungsbedingungen ein und unterstützt Referendarinnen und Referendare durch Beratung, rechtliche Unterstützung und Erfahrungsaustausch. Gerade in einer Phase hoher Belastung ist ein starkes Netzwerk von großem Wert.
Lehrer bleiben: die ersten Jahre als (Jung-)Lehrkraft
Nach dem Vorbereitungsdienst beginnt eine neue Etappe: der Einstieg in den Schuldienst. Die ersten Jahre als Lehrkraft sind geprägt von der weiteren Professionalisierung. Routinen müssen entwickelt, Unterrichtskonzepte verfeinert und die eigene Rolle im Kollegium gefunden werden. Gleichzeitig stellen sich wichtige Fragen zur beruflichen Perspektive: Wie gelingt der Übergang in eine feste Stelle? Welche Möglichkeiten der Verbeamtung bestehen? Welche Beförderungswege stehen offen? Wie kann man Familie und Beruf vereinbaren? Orientierung in diesen Fragen ist entscheidend für eine langfristige berufliche Zufriedenheit.
Hier zeigt sich ein wesentlicher Vorteil der Verbandsmitgliedschaft. Der Hessische Philologenverband bietet Zugang zu einem breiten Netzwerk aus erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, bildungspolitischem Know-how und konkreten Unterstützungsangeboten. Ob individuelle Beratung, Fortbildungsangebote oder Interessenvertretung – der Verband begleitet junge Lehrkräfte auch über den Berufseinstieg hinaus.
Die Vorteile von Vernetzung
Die Lehrerbildung am Gymnasium ist ein anspruchsvoller, mehrstufiger Prozess, der sowohl fachliche Exzellenz als auch pädagogische Kompetenz erfordert. Vom Studium über den Vorbereitungsdienst bis hin zu den ersten Berufsjahren stehen angehende Lehrkräfte vor vielfältigen Herausforderungen. Die Jungen Philologen setzen sich dafür ein, dass alle Phasen dieser Ausbildung qualitativ hochwertig, ausgewogen und zukunftsfähig gestaltet sind. Gleichzeitig wird deutlich: Eine starke Interessenvertretung kann diesen Weg erheblich erleichtern. Der Verband bietet nicht nur Unterstützung in konkreten Situationen, sondern auch Orientierung, Vernetzung und eine Stimme in bildungspolitischen Debatten.
Dennis Hütter | Vorsitzender des Ausschusses für berufspraktische Fragen
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Dennis Hütter (Vorsitzender)
& Victoria Hildebrand (stv. Vorsitzende)


