Hände weg vom Beamtenstatus! Hessischer Philologenverband warnt vor Weiterführung der Debatte um Lehrkräfte-Verbeamtung

vom | Kategorie: Aktuelles, hphv Mitteilungen

Der Hessische Philologenverband (hphv) stellt sich deutlich gegen wiederholt aufkommende Forderungen, Lehrkräfte in Zukunft nicht mehr zu verbeamten. Insbesondere der Blick in Bundesländer wie Berlin, das lange Jahre Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr verbeamtet und diese Fehlentwicklung im Jahr 2023 korrigiert hat, zeigt, dass ein Festhalten am Beamtenstatus von Lehrkräften schon alleine deswegen notwendig ist, um die Attraktivität des Berufs aufrechtzuerhalten. „Mit Ausnahme des Arguments, dass sich dadurch die Pensionslasten verringern lassen, blenden die Verbeamtungsgegner aus, welche drastischen Folgen sich daraus ergeben würden“, sieht der Landesvorsitzende Volker Weigand eine seit Jahren fehlgeleitete Diskussion.

Angesichts der sich immer weiter verschlechternden Bezahlung, die Gegenstand von mehreren Dutzend Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht ist, orientieren sich immer mehr Berufsanfängerinnen und -anfänger anderweitig und entscheiden sich nicht für einen beruflichen Weg im Bildungssystem. Die langfristige Bindung verbeamteter Lehrkräfte wird somit offenbar sowohl aus Sicht potentieller Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber (siehe Berlin) als zentraler Vorteil gesehen. Der Beamtenstatus schafft Sicherheit, auch für die zu unterrichtenden Schülerinnen und Schüler. Angestellte Lehrkräfte dürfen streiken und angesichts der Baustellen im Bildungssystem, das je nach Bundesland neben der Bezahlung auch mit schlechten Arbeitsbedingungen wie zu großen Klassen, maroden Schulgebäuden oder zunehmender Gewalt gegen Beschäftigte zu kämpfen hat, würde dies tendenziell zu verstärktem Unterrichtsausfall führen.

„Zudem kann man gerade in Zeiten, in denen viel über die Gefährdung der Demokratie und des Rechtsstaats gesprochen wird, das besondere Dienst- und Treueverhältnis von Beamten zum Staat als schlagkräftiges Argument nicht zur Seite wischen“, lenkt Weigand den Blick auf die zentrale Rolle von Lehrkräften in der Gesellschaft.

Auch die Begründung, dass Pensionslasten zunehmen, kann aus der Sicht des Philologenverbandes so nicht stehenbleiben: Für angestellte Lehrkräfte fallen Sozialversicherungsbeiträge an, die durch eine angepasste höhere Besoldung umgehend ausgeglichen werden müssten und die öffentlichen Haushalte direkt stark belasten würden. „Der Umgang mit notwendigen Rückstellungen ist je nach Bundesland unterschiedlich. Zu oft wurden zuletzt schon diese Rückstellungen aufgelöst, ohne dass die Mittel für die Beamtenbesoldung eingesetzt wurden“, kritisiert Weigand diese Fehlentwicklung und fordert, dass diese ausschließlich für die Besoldung und zur Finanzierung von Pensionslasten verwendet werden.

hphv-Pressemeldung vom 22.01.2026

 

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