Bildungspaket der Hessischen Landesregierung setzt Forderungen des Hessischen Philologenverbandes schrittweise um

vom | Kategorie: Aktuelles, hphv Mitteilungen

Der Hessische Philologenverband (hphv) begrüßt die im Rahmen der Pressekonferenz der Hessischen Landesregierung vorgestellten Maßnahmen, die aus Sicht des Verbandes an die positiven Signale zum Schuljahresstart anknüpfen.

Im Hinblick auf die Einführung des neuen Schulfaches „KI und Digitale Welt stellt der Landesvorsitzende des hphv, Volker Weigand, fest: „Wir haben dieses Fach schon lange gefordert und nehmen daher die Ankündigungen hierzu als einen wesentlichen Schritt in die richtige Richtung wahr.“ Noch Ende März hatte der hphv Kritik an der Mitteilung des Kultusministeriums geübt, dass das im Koalitionsvertrag angekündigte Schulfach ‚Digitale Welt‘ lediglich Bestandteil des Ganztagsangebots werden soll. Die Verbindlichkeit eines regulären Schulfachs sieht der Verband angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen und Relevanz dieses Themas als unverzichtbar an. Kritik sei dennoch aufgrund der geplanten wöchentlichen Unterrichtszeit von nur einer statt zwei Wochenstunden angebracht. „Wir gehen davon aus, dass die Landesregierung spätestens bei einer verbesserten Haushaltslage zeitnah zu einer zweistündigen Verankerung in der Stundentafel kommen wird“, appelliert Weigand an die Politik.

Der für einzelne Maßnahmen gestreckte Zeitkorridor sieht der hphv der Haushaltslage geschuldet. „Wir werden natürlich mit Nachdruck weiterhin auf eine schnellere Umsetzung aller Ankündigungen drängen“ signalisiert Weigand, sieht aber mit dem Bildungspaket auch Einsicht seitens der Landesregierung gegeben, dass der Weg partieller Einschnitte bei einzelnen Bereichen im Bildungsetat nicht der richtige ist. Deutlich hat der hphv im vergangenen Schuljahr Kürzungen bei der Altersermäßigung ab 55 Jahren oder bei dem Anrechnungsfaktor bei der Lehrkräfteausbildung kritisiert. „Die Aufstockung um 200 der ursprünglich 300 gestrichenen Stellen in zwei Tranchen beim Sozialindex repariert eine Fehlsteuerung, die an vielen Schulen doch schmerzhafte Einschnitte in der Zuweisung hinterlassen hat“, begrüßt Weigand die Umkehr.

Die erneute Aufstockung des Deutschunterrichts auf nunmehr sieben Stunden pro Woche in der 1. Klasse ist angesichts der zuletzt im Durchschnitt immer schwächeren Sprachkompetenz für den Philologenverband ein ebenso sinnvoller Schritt wie auch die bereits angekündigte Lesezeit und die spezifische Förderung mathematischer Kenntnisse Zustimmung bekommen. „Kleinere Lerngruppen erleichtern grundsätzlich die Vermittlung von Bildung. Lerngruppen von mehr als 25 Schülerinnen und Schülern sind generell eine Herausforderung“ erinnert Weigand perspektivisch daran, dass über alle Jahrgangsstufen hinweg angesichts der stetig gewachsenen Heterogenität in Klassen und Kursen auch an die Bedeutung der Klassenteiler allgemein gedacht werden sollte.

Die Ausweitung des Projekts „Jugend trainiert für Olympia“ um weitere Sportarten sieht der hphv positiv, da gesellschaftliche Entwicklungen dazu führen, dass Sportarten neu entstehen oder in ihrer Gewichtung für die Öffentlichkeit somit auch für den Schulsport attraktiver geworden sind.

hphv-Pressemeldung vom 01.09.2026

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