Hessischer Philologenverband kritisiert Sparkurs beim geplanten Schulfach „Digitale Welt“

vom | Kategorie: Aktuelles, hphv Mitteilungen

Der Hessische Philologenverband (hphv) bewertet die Ankündigung des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen (HMKB), beim geplanten Unterrichtsfach „Digitale Welt“ Einsparungen vorzunehmen, als verpasste Chance. „Die geplante Neuausrichtung dieses Angebots auf den Bereich Ganztag greift zu kurz“, äußert der Landesvorsitzende des Hessischen Philologenverbandes (hphv), Volker Weigand, sein Bedauern über die Entscheidung.

Die Einführung des Faches als reguläres Unterrichtsfach war im Koalitionsvertrag von CDU und SPD landesweit vorgesehen. Der hphv hat dieses Vorhaben von Beginn an unterstützt und wiederholt auf die ausstehende Umsetzung hingewiesen.

Angesichts aktueller Entwicklungen – etwa im Bereich Social Media sowie der Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz – ist nach Auffassung des Verbandes nicht nur die digitale Ausstattung der Schulen entscheidend (Stichwort: Digitalpakt 2.0). Ebenso wichtig ist es, Schülerinnen und Schüler systematisch auf die Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft vorzubereiten.

„Derzeit entwickeln Schulen vielerorts eigene Konzepte, um diesen Themen gerecht zu werden. Das bindet wertvolle Ressourcen vor Ort“, so Weigand. „Unser Ziel ist es jedoch, Schulen zu entlasten, indem landesweit einheitliche Vorgaben geschaffen werden – etwa durch ein verbindliches Unterrichtsfach ‚Digitale Welt‘.“

Kritisch sieht der hphv auch die Erwartung, dass einzelne Schulen künftig Prioritäten setzen müssen, beispielsweise zugunsten eines Ganztagsangebots im Bereich Digitalisierung und zulasten anderer Angebote wie Sport oder Musik. Dies setze die Schulgemeinden unter unnötigen Entscheidungsdruck.

Der Hessische Philologenverband hält daher weiterhin an seiner Forderung fest, das Fach „Digitale Welt“ verbindlich in den Jahrgangsstufen 5 und 6 einzuführen.

hphv-Pressemeldung vom 31.03.2026

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