PISA 2025: Bildungsqualität braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Hessischer Philologenverband fordert Konsequenzen aus erneutem Leistungsrückgang – Basiskompetenzen stärken, Lehrkräfte entlasten und Fachunterricht sichern
Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 sind ein deutliches Warnsignal für das deutsche Bildungssystem. Deutschlands 15-Jährige erreichen in Naturwissenschaften 486 Punkte, im Lesen 465 Punkte und in Mathematik 464 Punkte. Damit liegen die Leistungen zwar etwa im OECD-Durchschnitt, zugleich aber in allen drei Bereichen auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der deutschen PISA-Teilnahme.
Für den Hessischen Philologenverband (hphv) steht fest: Die Reaktion darauf darf sich nicht in einem erneuten „PISA-Schock“ erschöpfen. Entscheidend sind nachhaltige Konsequenzen für Unterricht und Schulen. „Wenn die Leistungen über Jahre zurückgehen, reicht es nicht, nach jeder Vergleichsstudie Betroffenheit zu äußern und anschließend die nächste Reform anzukündigen. Schule braucht vor allem Zeit für guten Unterricht, ausreichend qualifizierte Lehrkräfte und verlässliche Rahmenbedingungen“, erklärt Volker Weigand, Landesvorsitzender des Hessischen Philologenverbandes.
Besonders wichtig ist aus Sicht des hphv die Stärkung grundlegender Kompetenzen. Lesen, Mathematik und naturwissenschaftliches Verständnis sind Voraussetzung für schulischen Erfolg, gesellschaftliche Teilhabe und den kompetenten Umgang mit neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz.
Zugleich zeigt PISA 2025, dass fehlendes pädagogisches Personal den Unterricht an vielen deutschen Schulen beeinträchtigt. Für den hphv ist deshalb klar: Bildungsqualität und Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte gehören unmittelbar zusammen.
„Überlastete Kolleginnen und Kollegen, Unterrichtsausfall, fachfremder Unterricht und immer neue Zusatzaufgaben bleiben nicht ohne Folgen“, betont Weigand. „Wer Bildungsqualität verbessern will, muss qualifizierten Fachunterricht sichern und Lehrkräfte konsequent entlasten.“
Der Hessische Philologenverband fordert daher:
- Basiskompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften konsequent zu stärken,
- die Versorgung mit qualifizierten Lehrkräften und Fachunterricht zu sichern,
- Lehrkräfte von zusätzlichen Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben zu entlasten,
- Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern, ohne Leistungsanforderungen abzusenken,
- Digitalisierung und künstliche Intelligenz pädagogisch sinnvoll und nicht als Selbstzweck einzusetzen.
„PISA darf nicht alle drei Jahre Anlass für dieselben Schlagzeilen sein“, so Weigand abschließend. „Wir brauchen eine langfristige Konzentration auf das, was Schule erfolgreich macht: guten Fachunterricht, qualifizierte Lehrkräfte, klare Anforderungen und ausreichend Zeit für die Schülerinnen und Schüler.“
hphv-Pressemeldung vom 09.09.2026
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