Hessischer Philologenverband weist Kürzung der Altersermäßigung ab 55 Jahren zurück: Mehr Belastung für ältere Lehrkräfte

vom | Kategorie: Aktuelles, hphv Mitteilungen

Der Hessische Philologenverband (hphv) lehnt die angekündigte Kürzung der Altersermäßigung für Lehrkräfte ab 55 Jahren in Hessen ab. „Aus unserer Sicht ist das der falsche Weg, mit knapperen Haushaltsmitteln umzugehen“, stellt der hphv-Landesvorsitzende Volker Weigand fest. Mit zunehmendem Berufs- und Lebensalter steigt die Belastung, ebenso wie in anderen Berufen, auch bei Lehrerinnen und Lehrern an. Die Altersgruppe der über 55-jährigen verzeichnet eine über dem Gesamtdurchschnitt liegende Krankenstandsquote, Langzeiterkrankungen nehmen zu und Burn-out bzw. Depressionen sind Folgen einer psychischen Belastung, die viele Faktoren wie z.B. Gewalt gegen Beschäftigte hat. Immer häufiger mündet die Überbelastung auch in der Dienstunfähigkeit und verschärft somit den Lehrkräftemangel weiter, der bereits seit Jahren eine Herausforderung in bestimmten Regionen und Schulformen darstellt.

„Im Grunde genommen hat man die Problemlage ja bereits erkannt und eingestanden“, verweist Weigand auf das erst im vergangenen Monat gestartete Hessische Kompetenzzentrum Gesunde Schule. Dieses soll als zentrale Anlaufstelle auch für den Erhalt und die Stärkung der psychischen und körperlichen Gesundheit der Lehrkräfte sorgen, wie der Pressemitteilung des HMKB vom 5. März 2026 zu entnehmen ist. Der hphv erkennt die Einrichtung des Kompetenzzentrums als flankierende und eine von mehreren notwendigen und sinnvollen Maßnahmen zur Stärkung der Lehrergesundheit an. Mit der Kürzung der ersten Stufe der Altersermäßigung sieht der Verband die Einrichtung des Kompetenzzentrums jedoch konterkariert. Ziel soll es sein, den Arbeitsplatz Schule so zu gestalten, dass Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen, anstatt sie dann z.B. über eine Beratungsstelle auffangen zu müssen. „Der Bereich Arbeitsmedizin hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen“, nimmt Weigand auch die zunehmende Komplexität an Themen in den Arbeitsschutzausschüssen (ASA) wahr. Die beste Prävention ist weiterhin, mit zunehmendem Dienstalter die Kolleginnen und Kollegen zumindest im bisherigen Umfang schrittweise zu entlasten.

hphv-Pressemeldung vom 24.04.2026

← zurück