Beamtenstatus sichert Demokratie – DPhV fordert Dienstherren zur konsequenten Umsetzung ihrer Fürsorgepflicht auf!

vom | Kategorie: Aktuelles, DPhV Mitteilungen

Zur 7. Bildungsministerkonferenz begrüßt der Deutsche Philologenverband (DPhV) ausdrücklich, dass die klare Mehrheit der Bildungsministerinnen- und minister zur Verbeamtung von Lehrkräften steht. Für den DPhV ist dies keine Frage des Komforts, sondern eine Frage der Funktionsfähigkeit unserer Demokratie – gerade in Zeiten, in denen Extremisten offen an der Schulpflicht rütteln wollen. Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing: „Wer Schule destabilisiert, destabilisiert unsere Gesellschaft. Der Beamtenstatus ist ein Schutzschild für Lehrkräfte und damit für unsere Kinder und unsere Zukunft.“

Das gerade veröffentlichte Deutsche Schulbarometer macht es unübersehbar: Ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler ist psychisch belastet. Und auch den Lehrkräften geht es nicht gut: Fast ein Drittel ist regelmäßig erschöpft, wie das vorangegangene Schulbarometer aufzeigte. Ein riesiges Alarmzeichen! Doch es wurde auch klar:  Die Beziehung zwischen Lehrkraft und Kind ist der entscheidende Faktor für schulisches Wohlbefinden, schulischen Erfolg und somit aktive Teilhabe. Doch wer dauerhaft überfordert wird, wer um seinen Arbeitsplatz bangen muss, muss mit einem belastenden Rucksack versuchen, tragfähige Beziehungen aufzubauen und für guten Unterricht zu sorgen.

Für den DPhV liegt hier der Schlüssel: Auf einer gesunden menschlichen Beziehung fußen Lernen und Bildung, und auf Bildung fußt unsere Demokratie. Gesicherte, verbeamtete Lehrkräfte sind deshalb keine Kostenfrage – sie sind eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und es braucht noch mehr als die Sicherung des Beamtenstatus! Der DPhV appelliert daher mit Nachdruck an die Dienstherren der Lehrkräfte: Handeln Sie – jetzt! Setzen Sie ihre Fürsorgepflicht konsequent und professionell um! Konkret erwarten wir:

„Der Beamtenstatus und die Schulpflicht bilden gemeinsam das institutionelle Rückgrat unserer demokratischen Gesellschaft. Eine Bildungspflicht ohne Schulpflicht wäre eine Einladung an alle, die den Staat aus der Sozialisation von Kindern heraushalten wollen – und diese Einladung dürfen wir niemals aussprechen“, so Lin-Klitzing. Denn die Konsequenzen wären fatal: Ohne Unterricht von staatlich ausgebildeten Lehrkräften, ohne gemeinsamen Schulrahmen entstehen parallele Bildungswelten nach religiösen, politischen oder ethnischen Kriterien – Echokammern, in denen Radikalisierung eine Folge sein kann. Schule ist im Rahmen ihres staatlich verantworteten Erziehungs- und Bildungsauftrags unsere wichtigste gesellschaftliche Frühwarninstanz – auch für Kindeswohlgefährdung, für psychische Krisen, für beginnende Radikalisierung. Fällt der tägliche Schulkontakt weg, verlieren Jugendämter und Behörden einen entscheidenden Zugang zu gefährdeten Kindern. „Wir brauchen das Berufsbeamtentum für Lehrkräfte und die Schulpflicht – als tragende Säulen für wissenschaftlich orientierte Bildungsqualität, Verlässlichkeit, Stabilität, für den Schutz und die gute Entwicklung unserer Kinder und unserer Gesellschaft.“

DPhV-Pressemeldung vom 26.03.2026

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