Die S3-Leitlinie als Handlungsempfehlung für Schulen

Die Leitlinie soll helfen, um bei geöffnetem Schulbetrieb das Infektionsrisiko zu vermindern und einen möglichst sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbetrieb in Pandemiezeiten zu ermöglichen. Nun wurde eine Kurzfassung veröffentlicht.

Wir leben weiterhin in schwierigen Zeiten vor die uns die Pandemie stellt. Dabei kreisen die Unsicherheiten stets um die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Im besonderen Fokus stehen dabei zurecht die Schulen. Wie in allen gesellschaftlichen Bereichen müssen auch für sie zwingend weitreichende Entscheidungen getroffen werden, denn die 8,3 Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben ein Recht auf Bildung.

Die Entscheidung, ob Schulen wieder geöffnet werden, kann dabei nicht von der Wissenschaft gefällt werden, sondern von den politischen Entscheidungsträgern. Bei der Frage nach Maßnahmen, um Schule in Pandemiezeiten zu ermöglichen, kann die Wissenschaft aber sehr wohl unterstützen.

Daher hat sich ein interdisziplinäres Team, das im Rahmen der aktuellen Förderung des Netzwerks Universitätsmedizin vom BMBF unterstützt wurde, genau dieser Frage gewidmet. Auf wissenschaftlicher Basis reichen Sie eine Handlungsempfehlung, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um einen Schulbetrieb zu ermöglichen, falls das Infektionsgeschehen dies zulässt. Die Handlungsempfehlungen beruhen auf den aktuell verfügbaren internationalen Studien zur Wirksamkeit von Maßnahmen zur Kontrolle und Prävention der Übertragung von SARS-CoV-2 in Schulen.

Die Empfehlungen wurden dabei von einer repräsentativen Gruppe von Expertinnen und Experten der wissenschaftlichen Fachgesellschaften –  hier federführend die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie, die Deutsche Gesellschaft für Public Health, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sowie die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie – sowie am Schulgeschehen Beteiligten und Entscheidungsträgerinnen und -trägern nach einer strukturierten Vorgehensweise erarbeitet.

In der bisherigen Situation mussten die Verantwortlichen vor Ort oft allein entscheiden, welche Maßnahmen in ihrer Schule die richtigen sind, um Infektionen zu vermeiden. Genau hier setzt die S3-Leitlinie an und gibt klare und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen darüber, welche Maßnahmenpakete ergriffen werden sollten, um das Infektionsrisiko in den Schulen so gering wie möglich zu halten – für einen möglichst sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbetrieb in Pandemiezeiten.

Das Expertenteam beantwortet in der S3-Leitlinie unter anderem folgende Fragen:
–  Wann sollte Unterricht in geteilten Klassen erfolgen?
–  Welche Gruppen sollten als Kohorte gebildet werden, die sich untereinander nicht treffen?
–  Was ist zum Tragen von Masken zu sagen?
–  Wie sollte mit der schwierigen Frage der Verdachtsfälle umgegangen werden?
–  Wie ist das mit dem richtigen Lüften und den Luftreinigern?
–  Aber auch: Was ist auf dem Schulweg zu beachten?

Die Leitlinie ist jedoch keine Entscheidungsgrundlage dafür, ob Schulen wieder geöffnet werden können. Das Thema Schulschließungen wird in der Leitlinie ausdrücklich nicht behandelt. Die Leitlinie liegt nun vorab in einer Kurzfassung vor. Die finale Fassung soll Ende Februar veröffentlicht werden.

027-076k_Praevention_und_Kontrolle_SARS-CoV-2-Uebertragung_in_Schulen_2021-02

 

← zurück