Wer zu spät kommt – Der Hessische Philologenverband fordert: Nur rechtzeitige und mutige Entscheidungen helfen uns weiter!

Mit Blick auf den Schuljahresabschluss muss das Kultusministerium nun klare und überzeugende Entscheidungen fällen. Das Ziel, am Schuljahresende Versetzungsentscheidungen treffen zu können, ist begrüßenswert. Dazu müssen sehr rasch eindeutige Regelungen für den Unterricht in den verbleibenden Monaten her, gerade auch dafür, wie Noten zu erheben sind. Ohne Abstriche bei der Anzahl der Klassenarbeiten – orientiert am pädagogisch Machbaren und Sinnvollen – geht es nicht, es gefährdet sogar die Durchführung rechtssicherer Versetzungen.

Ansonsten droht den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften eine Stressphase sowohl in psychischer als auch kognitiver Hinsicht. „Pädagogisch vertretbare und praktikable Lösungen müssen gefunden werden. Andernfalls stehen die einen vor einem Marathon im Klausuren-Schreiben, die anderen vor einem im Korrigieren – das kann nicht gutgehen, Qualität und Nervenkostüme werden in Mitleidenschaft gezogen“, konstatiert der Vorsitzende des Philologenverbandes Hessen Reinhard Schwab.

Wenn die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7-11 am 6. Mai erwartungsfroh in die Schulen zurückkehren, sollte die pädagogische Arbeit konzentriert, auch schon kompensatorisch beginnen – ohne das Damoklesschwert einer Unzahl von Leistungsnachweisen in relativ kurzer Zeit.  Das Ministerium täte sehr gut daran, Spannung aus den Schulen zu nehmen und für Beruhigung sowie planbare  Situationen zu sorgen. So erscheint es sinnvoll, die  Klassenarbeiten in den Hauptfächern jeweils auf eine zu reduzieren und in den Nebenfächern ganz auf schriftliche Leistungskontrollen zu verzichten, gegebenenfalls ließe sich hier noch ein kurzer Test einrichten. Mit diesen Reduktionen ginge dann auch eine geringere Gewichtung des Schriftlichen in der Gesamtnote einher.

hphv-Pressemeldung vom 27.04.2021

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