Die Abiturprüfungen rücken näher – ein ‚Hinterherregieren‘ darf es nicht geben!

Lehrkräfte in der neuen Abiturprüfungsphase nicht zusätzlich belasten
Der Hessische Philologenverband sieht die Verschiebung der Abiturprüfungen auf den Zeitraum nach den Osterferien als akzeptable Maßnahme, sowohl angesichts der Pandemie als auch grundsätzlich. Es entsteht so ein Prüfungsquartal, welches der Bedeutung der Abiturprüfungen gerecht wird.

Im Prüfungsquartal konzentrieren sich die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte auf die Durchführung und Auswertung der einzelnen Prüfungselemente. Wegfallender Unterricht wird von den Lehrkräften für die Entwicklung mündlicher Abituraufgaben und die Korrektur der schriftlichen Prüfungen genutzt. Die bisher übliche „Statt“-Vertretung muss deshalb unbedingt entfallen. Das Hessische Kultusministerium ist folglich aufgefordert, frühzeitig die Vertretungsmittel zu erhöhen, um in der Abiturprüfungsphase die Lehrkräfte, die sich ohnehin in der virologischen Ausnahmesituation befinden, nicht einem unnötigen Arbeitsdruck auszusetzen.

Vor dem Hintergrund der mittlerweile zur Genüge bekannten pandemiebedingten Personalengpässe sind für die Schulen weitere personelle Spielräume in der Prüfungsphase dringend geboten (z.B. Korrekturtage). Nur so lässt sich die in der Zeit nach Ostern absehbare enorme Arbeitsverdichtung durch Korrekturen der Abiturklausuren und die Vorbereitung der mündlichen Prüfungen einigermaßen abfedern.

Weiterhin fordert der Philologenverband eine Aufwertung der Abiturprüfung durch den Wegfall der Zwischenzulassung zwischen schriftlichem und mündlichem Abitur. „Nur dann stehen auch die entsprechenden Zeiträume für die Korrekturen zur Verfügung“, begründet der Landesvorsitzende Reinhard Schwab diese Forderung.
„In der Krise darf die Politik nicht ‚hinterherregieren‘, sie muss rechtzeitig, und das heißt tatsächlich früh, handeln“, betont Schwab, „im Prüfungsquartal muss die volle Konzentration aller Beteiligten auf der verlässlichen und qualitativen Bewältigung des Prüfungsgeschehens liegen.“

Das Problem betrifft übrigens auch die Beruflichen Schulen, wo Berufliches Gymnasium und Fachoberschule nahezu parallel in die Abschlussprüfungen gehen.

hphv-Pressemeldung vom 01.12.2020

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