Dauerrisiko Covid-19 – dauerhaft und planvoll die schulische Situation entschärfen!

Das Schulleben in Pandemie-Zeiten stellt uns alle vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Lehrkräfte sehen sich in ihrem Bildungsauftrag ausgebremst und unterrichten unter Bedingungen, die den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts hinsichtlich der Infektionsprophylaxe nicht entsprechen, d.h. sie leben mit der Angst im Nacken, infiziert zu werden. „Wir erwarten, dass die Lehrkräfte in der öffentlichen Diskussion in Schutz genommen werden“, mahnt der Landesvorsitzende Reinhard Schwab.

Gebührend anzuerkennen ist die zusätzliche Belastung der Lehrkräfte, etwa durch den gestiegenen organisatorischen und pädagogischen Aufwand (u.a. durch die Fernbeschulung von Schülern in Quarantäne), durch  Improvisieren angesichts mangelnder digital-didaktischer Voraussetzungen, durch „Maskenunterricht“, durch kalte, stoßbelüftete Klassenräume.

Flächendeckende Schulschließungen dürfen nur die allerletzte Option im Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Pandemie sein, sie wären eine Katastrophe für Schüler und ihre Familien. Schüler brauchen den geregelten Unterricht, reiner Distanzunterricht, digitales Arbeiten zu Hause reicht nicht. Deshalb stellen auch Quarantänemaßnahmen für ganze Klassen ein Problem dar.

„Was wir brauchen sind klar strukturierte Vorgehensweisen, dazu gehört neben der generellen Maskenpflicht ausreichender Abstand in Schule und Unterricht. Das führt zwangsläufig zum Ausdünnen großer Lerngruppen und damit zum Wechselsystem“, betont Schwab.

Die weiterführenden Schulen müssten auf ein solches System mit halbierten Klassen umgestellt werden, bis die Inzidenzwerte in einer Region unter 50 liegen. Einerseits kommt man damit dem Schutzbedürfnis der Lehrkräfte ein Stück weit entgegen und könnte andererseits dem Bildungsanspruch bzw. –gebot eher genügen, denn Klassen mit halber Besetzung arbeiten aufmerksamer, störungsfreier und damit intensiver, was unter Umständen auch ein schnelleres Fortschreiten in der Stoffvermittlung ermöglicht. Der häusliche ‚Unterrichtstag‘ erzwingt bei den Schülern durch von der Lehrkraft gut aufbereitete Aufgaben ebenfalls eine konzentrierte Beschäftigung mit dem Stoff, die in der folgenden Präsenzstunde beurteilt wird. Auch diese Art des Lernens kann Individualität und Selbstständigkeit fördern. Eltern sind hier in die Pflicht genommen, diese Art des Lernprozesses zu kontrollieren.

Was die Lehrpläne und deren potenzielle Ausdünnung betrifft, empfiehlt sich die in dieser Krise in der Breite schmerzlich vermisste Zusammenarbeit des Kultusministeriums mit den Praktikern vor Ort. Die Lehrkräfte sind die Fachleute, die praxiserfahren wissen, welche Bildungsinhalte unverzichtbar sind.

hphv-Pressemeldung vom 23.11.2020

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