Das Schulhalbjahr ist nicht zu retten!

Der Hessische Philologenverband hält eine differenzierte, zielsichere Vorausplanung des nächsten Schuljahres für unerlässlich, um den Wissensrückstand aufzuholen
In Kürze soll der Schulbetrieb weiter hochgefahren werden, sofern es die Corona-Pandemiesituation zulässt. Sinnvoll erscheint, den Schulleitungen für die komplexe Organisation Freiraum zu gewähren. Was aber kann der geplante Unterricht noch retten? Was können wir mit rund acht Präsenzunterrichtstagen – in Einzelfällen vielleicht etwas mehr – erreichen? Es bedarf einer enormer Kraftanstrengung, um vor Ort besonders auch die Probleme neben dem Unterricht zu lösen, etwa die Lerngruppenteilungen, die Beachtung des physischen Abstands und der Hygiene. Dass das Lehrpersonal nur reduziert zur Verfügung steht wegen gesundheitlicher Risiken, macht die Situation nicht einfacher.

Auch wenn einige Präsenztage in der Schule, kombiniert mit Heimarbeitstagen, verhindern helfen, dass die Kinder und Jugendlichen völlig aus der Spur kommen, ist absehbar, dass die Lerneffekte eher begrenzt sein werden. Das Sitzenbleiben ist ausgesetzt, Leistungen im Online-Unterricht dürfen nicht benotet werden, die Motivation in der Schülerschaft ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Gewissermaßen im toten Winkel werden nicht wenige Schülerinnen und Schüler in die nächsthöhere Klassenstufe gelangen.

„Es drängt sich zunehmend, geradezu dramatisch die Frage auf, wie der Wissensrückstand vieler Schülerinnen und Schüler im nächsten Schuljahr aufgeholt werden kann, wie sich die Bildungslücken schließen lassen“, mahnt der Landesvorsitzende Reinhard Schwab an. Hier muss das Ministerium proaktiv tätig werden. Notwendig ist eine wirklich konzertierte Aktion der Politik in enger Zusammenarbeit mit den Lehrerverbänden  und der Elternschaft. Ohne eine differenzierte, zielsichere  Vorausplanung  gibt es ein böses Erwachen nach der Pandemie.

hphv-Pressemeldung vom 12.05.2020

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