So sicher wie nötig, statt so früh wie möglich

Der Gesundheitsschutz muss bei der stufenweisen Rückkehr zum normalen Schulbetrieb absolute Priorität haben.
Auch wenn noch nicht feststeht, wann und in welchem Umfang die Schulen wieder geöffnet werden, mehren sich doch die Zeichen, dass dies in näherer Zukunft der Fall sein. Hier muss der Gesundheitsschutz bei der stufenweisen Rückkehr zum normalen Schulbetrieb absolute Priorität haben. Für eine verantwortungsvolle Öffnung nach den Osterferien sind die Schulen derzeit nicht vorbereitet. Der Hessische Philologenverband fordert ein eindeutiges und klares Konzept seitens des Kultusministeriums sowohl im Hinblick auf einen zuverlässigen Gesundheitsschutz, z.B. durch eindeutige Hygienevorschriften und Verhaltensregeln, als auch auf eine angemessene Notengebung und Versetzungsentscheidungen.
Unabhängig von der Frage, ob der Beginn des Schulbetriebes auf den kommenden Montag oder einen späteren Zeitpunkt fallen soll, ist völlig ungeklärt, wie ein wirksamer Infektionsschutz an den Schulen gewährleistet werden soll. Weder stehen den Schulen Mund-Nasenschutz-Masken noch Desinfektionsmittel in ausreichendem Maße zur Verfügung. oftmals fehlt es sogar an Waschmöglichkeiten mit warmem Wasser und Seife. Klassenfrequenzen bis zu 30 Personen in einem Raum widersprechen dem Abstandsgebot. Für ‚Schichtunterricht‘ fehlen die nötigen Lehrkräfte. Schutzscheiben für Bedienstete sind auch nicht vorhanden.
Die Philologen fordern insbesondere einen verantwortungsvollen Umgang mit Risikogruppen, für die das Corona-Virus besonders gefährlich ist. Hier spielen Informationen über Vorerkrankungen eine wichtige Rolle, die den Schulen aber nicht ausreichend vorliegen. Reinhard Schwab, Vorsitzender des Hessischen Philologenverbandes, erwartet vom Kultusministerium die sorgsame Beachtung der Fürsorgepflicht: „Lehrkräfte und Schülerschaft müssen wirksam vor Covid 19 geschützt werden können. Aus meiner Sicht wäre es verantwortungslos, diese Gruppen einem ungewissen Experiment auszusetzen.“

Der Hessische Philologenverband fordert daher eine Verlängerung der Schulschließungen mit entsprechender Vorbereitungszeit auf die Zeit „danach“, sukzessive Schulöffnungen nur mit entsprechenden Hygienekonzepten, den Ausbau und die Strukturierung des digitalen Unterrichts und klare Vorgaben für die Leistungsbewertung und die Versetzungsentscheidungen.

hphv-Pressemeldung vom 14.04.2020

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