Corona-Pandemie – alles ist gerade anders

Die Krise hat gravierend in unser Schulleben eingegriffen und niemand weiß genau, wie sich die Lage noch entwickelt. Maßgeblich sind die Vorgaben der Gesundheitsbehörden und Virologen.
Die Durchführung des Landesabiturs hat innerhalb des Verbandes und in den Kollegien intensive Kontroversen ausgelöst, die moralisch und pragmatisch geführt werden. Man spürt, dass es eine Gratwanderung ist, die nur mit entsprechend strengen Abstands- und Hygienevorschriften vertretbar sein kann.
Die Schulen sind weitgehend leer, der Präsenzunterricht pausiert, trotzdem haben wir keine Ferien, eine Art ‚Fernunterricht‘ ist etabliert, über dessen Gelingen sicher auch Zweifel angebracht sind. Die Lehrkräfte arbeiten unter den gegebenen Krisenbedingungen, sei es in Prüfungssituationen, im digitalen Unterricht, in der Notbetreuung von jüngeren Schülern, im Homeoffice. Aufgaben werden den Schülern übermittelt über digitale Lernplattformen, Austausch erfolgt per Mail, WhatsApp oder Skype. Lernen ohne die physische Präsenz einer Lehrkraft ist ungewohnt: Es fehlt der unmittelbare, motivierende Kontakt, der den Lernvorgang entscheidend prägt.

Bundesweit entstehen gerade Initiativen, die auch unter den Lehrkräften zum Freiwilligendienst z.B. in Gesundheitsämtern, Fieberambulanzen, Seniorenheimen oder Krankenhäusern aufrufen. Die Beamten werden befristet abgeordnet bei Weiterzahlung der Bezüge. Im Dienst der Solidarität sind diese Aufrufe zweifelsohne berechtigt. Wir sind offen für neue Lösungen in dieser Ausnahmesituation und setzen darauf, dass unser Dienstherr seiner Fürsorgepflicht gemäß handelt; denn nach der Krise werden wir wieder gebraucht, vermutlich mehr denn je.

Dank gilt den Eltern, die uns unterstützen beim ‚Homeschooling‘ und ihren Kindern helfen, im häuslichen Umfeld Struktur und Routine zu entwickeln, auch wenn sie dabei zuweilen an ihre Grenzen stoßen.
Dank gilt allen Lehrerinnen und Lehrern, die Krisenbewältigung – unaufgeregt und konsequent – leisten. Allen Akteuren in den Bildungseinrichtungen wünsche ich Kraft und Geduld und eine robuste Gesundheit!

Ihr Reinhard Schwab, Landesvorsitzender

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