Handschreiben ist mehr als bloße Funktion!

Die Handschrift ist Spiegel der Persönlichkeit, verändert sich mit ihr und offenbart die Individualität des Schreibers. Kinderschriften unterscheiden sich deshalb deutlich von Erwachsenenhandschriften. Schreiben mit der Hand ist eine grundlegende Kulturtechnik. Eine gute Handschrift beruht auf feinmotorischen Fähigkeiten, die meist in der Lernphase eines intensiven Trainings bedürfen. Ihre Vernachlässigung wirkt sich negativ auf die Lernprozesse aus, wie die neurowissenschaftliche Forschung zeigt. Sorgfältiges Schreiben mit der Hand korrespondiert mit sorgfältigem Denken, es schult die Konzentration.

Beim Schreiben mit der Hand werden mehr Hirnregionen aktiviert als beim Tippen einzelner Buchstaben. Die Merkfähigkeit wird mit dem Nutzen der Verbundschrift deutlich verbessert.

Es geht heutzutage zwar nicht ohne das digitale Schreiben. Allerdings fördert der Hype um die digitalen Medien geradezu Nachlässigkeiten in den Bereichen sprachlicher Ausdruck und Rechtschreibung, greift damit unmerklich in das Sprachsystem negativ ein und leistet dem Verlust einer hohen Sprachkompetenz Vorschub.

„Deshalb sollten Lehrkräfte aller Schulformen, insbesondere aber in der Grundschule, ein sauberes und lesbares Handschreiben kontinuierlich einfordern. Sie unterstützen damit Merkfähigkeit und Konzentration der Schülerschaft und lenken deren Augenmerk auf gelingende Formulierungen und den korrekten Gebrauch der Grammatik und der Rechtschreibung“, so Reinhard Schwab, Vorsitzender des Hessischen Philologenverbandes.

Warum nicht hin und wieder daran erinnern, bewusst und mit Muße schön zu schreiben, statt auf der Tastatur zu tippen?

hphv-Pressemeldung vom 22.01.2020

Pressekontakt:
HESSISCHER PHILOLOGENVERBAND e.V.
Dr. Iris Schröder-Maiwald
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0611- 33460701
Mail: schroeder-maiwald@hphv.de

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