Die Bilanz glänzt, die Bildung schwächelt

Die Bilanz des hessischen Kultusministeriums glänzt mit eindrucksvollen Zahlen. Aber was tut sich wirklich auf dem hessischen Bildungssektor, auf dem sich mittlerweile neben Lehrkräften auch Sozialpädagogen und ‚Bildungssprachler‘ tummeln?

Interessant wäre zu wissen, was mit den gutgemeinten Maßnahmen, auch mit den bereits geschaffenen Stellen bislang bewirkt wurde. Eine Evaluation muss dringend angegangen werden, zwingend erscheint auch das einfache Rückversichern bei den Praktikern in den Schulen, um herauszufinden, inwieweit die Ziele erreicht wurden, ob eventuell Maßnahmen verpufft sind.

Politische Entscheidungen, etwa der freie Elternwille beim Übergang auf das Gymnasium, die Inklusion, Integration, die Relativierung des Leistungsgedankens bescherten den Schulen eine kaum zu bewältigende Heterogenität und erschweren eine grundständige Bildung. Diese geht immer mehr in einem Förderprogramm auf. Ein Problem ist, dass die Politik ohne einen tragfähigen Bildungsbegriff agiert. Sie umgeht es, klare Standards und Kenntnisstände für die einzelnen Fächer vorzugeben und versteckt sich hinter Kompetenzrastern.

Die Leistungsspitze in der Schülerschaft wird vernachlässigt, was fatal für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland ist. Die Schulen sind überfrachtet mit Aufgaben, die nicht ihrem gesellschaftlichen Auftrag entsprechen. Dies geht zu Lasten der Bildung.

hphv-Pressemeldung vom 22.01.2020

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Dr. Iris Schröder-Maiwald
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