Der Deutsche Philologenverband fordert: Die Diskussion um das Matheabitur darf nicht einseitig geführt werden!

vom | Kategorie: DPhV Mitteilungen

Die gesellschaftliche Bedeutung des Abiturs ist neu zu bestimmen!
Die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, fordert angesichts der bundesweiten Diskussion um das Matheabitur 2019: „Die gesellschaftliche Funktion des Abiturs ist neu zu bestimmen!“

Die Gesellschaft erwartet zu Recht ein anspruchsvolles Abitur. Aber: Was es leistet und zukünftig leisten soll, ist eine gesellschaftliche Festlegung. Daran sind verschiedene Akteure beteiligt! „Die einzelnen Akteure müssen neu zusammengebracht werden!“, fordert die  DPhV-Vorsitzende Lin-Klitzing: „Die verschiedenen Interessen der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Lehrkräfte am Gymnasium und nicht zuletzt der jungen Generation, die jetzt gerade aufbegehrt, müssen neu abgestimmt werden! Da geht es um mehr als um Kritik an einzelnen Aufgaben des Matheabiturs!“

Studierfähigkeit ist eine der Voraussetzungen, die moderne Gesellschaften sichern müssen, um ihren eigenen wissenschaftlichen Fortbestand zu gewährleisten. Die Gesellschaft artikuliert hier ihre Erwartungen an ihren Nachwuchs: In welchem Umfang sollen Abiturienten allgemeines und gesellschaftlich anschlussfähiges Wissen haben? Auf welchem Niveau sollen sie Positionen einnehmen, sie argumentativ vertreten und auch wieder infrage stellen können? Oder sollen sie primär funktionsgerecht in ein bestehendes Wettbewerbssystem integrierbar sein?

Das sind Fragen, die im Zusammenhang mit der Konzeption und Qualitätssicherung des Abiturs gestellt werden müssen – und in der Vergangenheit nicht breit genug diskutiert wurden. Die aktuelle Debatte zeigt, dass die isolierten Erwartungen der einzelnen Akteure offen artikuliert und überwunden werden müssen. „Absolventen des Gymnasiums sollten auf jeden Fall in der Lage sein, an einer Hochschule mit Erfolg zu studieren. Das ist die Erwartung des Deutschen Philologenverbandes!“, so die Bundesvorsitzende.

DPhV-Pressemeldung vom 07.09.2019

 

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