Keine Entwertung der Noten

Die Koalition von CDU und Grünen will vermehrt Schulen die Möglichkeit geben, auf Noten zu verzichten, lediglich bei einem Schulwechsel ist ein Notenzeugnis unabdingbar.
Es kann nur große Skepsis auslösen, wenn wieder einmal der Wert der Ziffernnoten angezweifelt wird und eine notenfreie Pädagogik propagiert wird. Dabei kommen Noten keineswegs aus dem Nichts. Sie sind definiert, werden mehrmals mit dem Schüler besprochen und fassen unterschiedliche Leistungsfacetten in einer Ziffer zusammen. Die deutliche Mehrheit der Schüler und Eltern schätzt die Noten als transparente Bilanzierung von Schulleistungen. Noten gehören zur notwendigen Verständigung über das Lern- und Leistungsverhalten der Kinder und Jugendlichen, sie dienen der raschen Orientierung, der Vergleichbarkeit, zeigen Tendenzen auf und erleichtern die Kommunikation unter Lehrkräften, aber auch mit den Schülern und ihren Eltern. Alternativen zu Ziffernzensuren gibt es zwar, wie etwa Beurteilungs-  und Kompetenzraster, sie können flankierend eingesetzt werden. Beurteilungen in Berichtszeugnissen liefern oft Beschönigungen, bleiben nicht selten unscharf, müssen relativ zeitaufwendig erstellt werden und münden letztendlich nur in der Frage, welche Note eigentlich dahinter stehe.

Der Vorstoß offenbart – unter dem Deckmantel einer fortschrittlichen Pädagogik – einen weiteren Versuch, das Leistungsprinzip zu unterlaufen. Eindeutige Leistungsbilanzen sind aber notwendig, es sei denn, Schule möchte sich von der sie umgebenden Leistungsgesellschaft abkoppeln. Auch dieser pädagogische Vorstoß ist wieder einmal ein Experiment an den Schülern ohne wissenschaftliche Absicherung und ohne Verankerung in der Bevölkerung.

Kontakt:
Dr. Iris Schröder-Maiwald
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0611 33460701
Mail: schroeder-maiwald@hphv.de

 

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