Gymnasialtag des HPhV: Hessen wählt – Bildung!? Die Zukunft des Gymnasiums im Blick der Parteien

Der Gymnasialtag 2018 steht in diesem Jahr im Zeichen der nahenden Landtagswahl. Im Gespräch mit den bildungspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der im Landtag vertretenen Parteien wollen wir uns im Sporthotel Grünberg über die aktuellen Positionen der jeweiligen Fraktionen informieren. An welchen Konzepten halten die Parteien fest? Was hat sich verändert? Und welcher Rolle kommt hierbei gymnasialer Bildung zu?

Als HPhV begleiten wir die hessische Bildungspolitik seit Jahrzehnten mit kritischem Blick. Und auch in der zu Ende gehenden Legislaturperiode gab es Manches, was zum Widerspruch herausforderte. So liegt das Gymnasium weiter steigend in der Gunst der Schülerinnen und Schüler. Doch während Schulen aus allen Nähten platzen und Schulträger gerade in Ballungsgebieten Probleme haben, der allgemeinen Entwicklung mit Schulneubauten zu entsprechen, fragen wir uns, wem der Trend zum Gymnasium nutzt und welche Konzessionen damit an das Niveau gymnasialer Bildung verbunden sind. Warum braucht es ein Absenken des Fehlerquotienten im Fach Deutsch und wer glaubt, dass ein Weniger an verbindlichen Lerninhalten gleichzeitig ein Mehr an Bildung bedeutet? Seit Jahren mahnen wir als HPhV, dass bei steigenden Abiturientenzahlen eine echte Hochschulreife zum Privileg einer immer kleineren Gruppe an Schülerinnen und Schülern wird.

Positiv unterstützen wir die immer bessere Versorgung der Schulen durch Lehrkräfte und Sozialpädagogen. Besorgt sind wir jedoch darüber, dass die 104prozentige Lehrkräfteversorgung statt mit einer Entlastung der einzelnen Kolleginnen und Kollegen mit einer spürbar weiter steigenden Inanspruchnahme der Einzelnen verbunden ist. Die Konzentration auf das Kerngeschäft Unterricht mutet bisweilen wie ein Lippenbekenntnis in einem Potpourri unterschiedlichster Anforderungen an. Hier braucht es spürbare Entlastungen wie z.B. die schon lange vom HPhV geforderte Verkleinerung der Lerngruppen, damit Lehrkräfte tun können, was sie am besten können: Unterrichten!

In der vergangenen Legislaturperiode wurde im Bereich der Oberstufe gekürzt. Doch während einerseits sprudelnde Steuereinnahmen gefeiert werden, bleibt die Oberstufenkürzung unangetastet. Eine befriedigende Begründung für diesen Sachverhalt bleibt offen.

In einer sich stetig weiterentwickelnden Gesellschaft ist der Umgang mit digitalen Medien im Blickfeld aller Bildungsbeteiligten. Doch die konkrete Umsetzung lernfördernder Ideen bzw. die sinnvolle Einbindung digitaler Medien in die Unterrichtsarbeit bleibt Einzelwerk engagierter Kolleginnen und Kollegen. Hier braucht es deutlicher Maßnahmen, um schulisches Lernen weiter in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu verankern.

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2018

Lehrerausbildung

1.    Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um dem jetzt schon vorhandenen und weiterhin absehbaren Mangel an Stellen im Vorbereitungsdienst für Gymnasien entgegen zu wirken?

2.    Halten Sie an der zweiphasigen Lehrerausbildung fest? Welche Alternativen streben Sie ggf. an?

Attraktivität des Lehrerberufs

3.    Sind Sie bereit die Besoldungsanpassung der Beamtinnen und Beamten zeit- und wirkungsgleich an die allgemeine Lohnentwicklung anzugleichen, wie dies ja auch im Bereich der Diäten im Landtag und im Bundestag der Fall ist?

4.    Mit welchen Mitteln werden Sie zukünftig die Attraktivität des Lehrerberufs generell und auch wieder für Männer erhöhen?

5.    Obwohl Gesundheitsvorsorge und –förderung an Schulen auch im Sinne des Dienst-herrn liegen, ist in weiten Teilen der Landesverwaltung Kostenneutralität augen-scheinlich das oberste Gebot bei der Umsetzung relevanter Konzepte. Ist das aus Ih-rer Sicht richtig?

6.    Wie könnte aus Ihrer Sicht das Lebensarbeitszeitkonto (LAZ)-Konto für Lehrkräfte flexibler genutzt werden?

7.    Welche Möglichkeiten sehen Sie, Beamtinnen und Beamten, die frühzeitig aus dem Landesdienst ausscheiden (Versetzung, Krankheit, Tod), angesparte Arbeitszeit zu erstatten? Welche Initiativen werden Sie ergreifen?

Schulische Bedingungen

8.    Wie werden Sie sicherstellen, dass die Grundschulen zukünftig wieder die grundlegenden schulischen Kulturtechniken verbindlich vermitteln?

9.    Wann werden Sie die ungerechtfertigten Kürzungen in der GOS zurücknehmen?

10.    Wann werden Sie die Schulleitungs – und Schulleiterdeputate an die enorm gestiegenen und häufig durch Verordnungen und Erlasse verursachten Belastungen an-gleichen?

11.    Wie entwickeln Sie die Qualität und Vergleichbarkeit des Abiturs weiter?

Im Rahmen der Tagung wird ein Mittagsessen angeboten. Für Verbandsmitglieder übernimmt der HPhV die Tagungskosten einschließlich der Verpflegungs- und Fahrtkosten. Für Nichtverbandsmitglieder betragen die Tagungskosten 40,- Euro. Die Teilnehmerzahl ist auf 120 Personen begrenzt. Der Gymnasialtag ist unter der Nummer GymTag 2018-01893146-F 002430 akkreditiert. Anmeldung bitte bis zum 17. August 2018.

Programm

10:00h Begrüßung / Grußworte

10:15h Kultusminister Prof. Dr. Lorz

11:15h HPhV-Vorsitzender Jürgen Hartmann

11:45h Quo vadis, Gymnasium? – Einblicke und Ausblicke (Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, DPhV-Vorsitzende)

14:00h Podiumsdiskussion zur Zukunft gymnasialer Bildung mit den bildungspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landtagsfraktionen

15:30h Plenumsgespräch: Der HPhV – und die Zukunft des Gymnasiums in Hessen

16:30h Veranstaltungsende

Online Anmeldung

Vorname (Pflichtfeld)

Nachname (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Strasse (Pflichtfeld)

PLZ (Pflichtfeld)

Ort (Pflichtfeld)

Telefon (Pflichtfeld)

Fax

Mitglied im HPhV
janein

Anzahl der Plätze (Pflichtfeld)

Bitte noch diese Buchstaben oder Zahlen eingeben:

captcha

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden.

Datum/Zeit
27.08.2018 / Ganztägig Uhr

Veranstaltungsort
Grünberg - Sporthotel

Lade Karte ...


← zurück