Pensionärstreffen in Wetzlar

Zum diesjährigen Pensionärstreffen des Hessischen Philologenverbandes erwartete die Teilnehmer am 4. September schönes, spätsommerliches Wetter in Wetzlar. Die Pensionäre reisten aus ganz Hessen an, vom Werra-Meißner-Kreis im Norden bis zum Kreis Bergstraße im Süden, von Limburg im Westen bis Fulda im Osten. Der Seniorenbeauftragte des HPhV, Paul Kötter, hatte zusammen mit seiner Frau Dagmar dieses Treffen vorbereitet. Er begrüßte die Teilnehmer am Wetzlarer Dom, wo am Portal des Südturmes auch ein Erinnerungsfoto geschossen wurde.

Bei der sich anschließenden Domführung stellte Stadtführer Brandl anschaulich dar, wie sich die Geschichte der Stadt im Kirchenbau widerspiegelt. Im 12. Jahrhundert wurde an der Stelle der Vorgängerkirchen eine größere romanische Kirche erbaut, die im 13. Jahrhundert durch eine noch größere, repräsentative gotische Kirche ersetzt werden sollte. Diese gotische Kirche blieb jedoch aus Geldmangel unvollendet. So macht das Zusammentreffen der Baustile der Früh- und Spätgotik mit der romanischen Westseite des Domes und dem romanischen Nordturm die Kirche kunsthistorisch besonders interessant. Bereits seit der Reformation wird die  Kirche von den beiden großen christlichen Konfessionen als Simultankirche genutzt. Auch das ist eine Besonderheit dieser Kirche.

Nach dem Mittagessen führte Brandl die Gruppe mit beeindruckender Sachkunde zunächst zu den restaurierten Fachwerkhäusern in der Wetzlarer Altstadt. Im „Goethehaus“ am Kornmarkt wohnte der Dichter 1772 als Praktikant am Reichskammergericht. Dieses Praktikum nahm Goethe wohl nicht besonders ernst.

Das Lottehaus, benannt nach Charlotte Buff, in die sich Goethe verliebte, stellte der Stadtführer ausführlich als Beispiel eines bürgerlichen Wohnhauses aus dem 18. Jahrhundert vor. In seinem weltweit bekannten Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ verarbeitete Goethe seine Liebe zu Charlotte und seine Zeit in Wetzlar literarisch. Im Lottehaus zeigten sich im Gespräch mit dem Stadtführer die fundierten literarischen Kenntnisse der anwesenden Philologinnen und Philologen.

Im Café am Dom, dem ehemaligen Reichskammergerichtsgebäude, klang das Treffen  bei Kaffee und Kuchen aus. Hier informierte der Seniorenbeauftragte zu aktuellen beamten- und besoldungsrechtlichen Themen und unterstrich die Bedeutung einer Mitgliedschaft im Philologenverband auch für Pensionäre. Nach einem interessanten, schönen Tag bedankten sich die Pensionäre zum Schluss bei den Organisatoren, bevor sie die Heimreise antraten.

Paul Kötter, Seniorenbeauftragter des HPhV

 

 

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