Büffeln statt baden? – Philologen raten zu Lernpausen in den Sommerferien

Nur noch wenige Tage bis zu den Sommerferien. Viele Eltern befürchten, dass nach sechs Wochen Schulpause viel Gelerntes wieder verschwunden ist oder dass sich etwaige Lücken weiter vertiefen. Der Vorsitzende des Hessischen Philologenverbandes, Jürgen Hartmann, appelliert an die Eltern, ihren Kindern eine Pause zu gönnen: „Ferien sind zum Erholen, Abschalten und Entspannen da. Das ist dieses Jahr besonders wichtig, da die Arbeitsbelastung und der Lerndruck für die Kinder wegen des kurzen Schulhalbjahres erheblich waren.“

Auf strikte Lernprogramme sollte verzichtet, vielmehr sollten die freien Tage zur Erholung genutzt werden. Gemeinsam verbrachte Zeit von Eltern und Kindern und eine aktiv gestaltete Freizeit sind die besten Voraussetzungen nicht nur zur Regeneration, sondern auch zur Förderung zahlreicher Fähigkeiten. Mehr Zeit für gemeinsames Lesen fördert die Entwicklung von  Fantasie und Kreativität sowie sprachlicher Ausdrucksfähigkeit.  Eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten durch viel Bewegung in den Ferien sichert das gesunde körperliche Aufwachsen und wirkt sich günstig auf die Intelligenzentwicklung aus.

Nachhilfe in den Ferien sollten Eltern nur in Ausnahmesituationen in Betracht ziehen. War das Kind längere Zeit krank und hat dadurch viel Unterrichtsstoff versäumt, bieten die Ferien eine Möglichkeit zum Aufholen. Auch bei einer Nachprüfung, von der die Versetzung in die nächste Klassenstufe abhängt, kommt das Kind um das Lernen in den Ferien nicht herum. Eine sinnvolle Nachhilfe muss in die Tiefe gehen und sollte zuvor mit der Schule abgesprochen sein. Es ist ein Irrglaube, man könne sozusagen in den Ferien nachholen, was man ein ganzes langes Schuljahr über verpasst hat.

Es empfiehlt sich, den Einstieg in das neue Schuljahr im letzten Drittel der Ferien vorzubereiten. Lernstoff wiederholen, besonders in den „kritischen“ Fächern, Stoff nacharbeiten, eventuell einen Lernplan erstellen. Haben die Kinder schon ein paar Erholungswochen hinter sich, ist die Lust zu lernen, die Neugier und die Motivation wieder größer. Außerdem bleibt das Gelernte dann besser haften und ist präsenter, wenn die Schule wieder beginnt. Länger als zwei Wochen sollte das Auffrischungsprogramm aber nicht dauern, raten die Philologen.

Pressemeldung vom 19.08.2018

Kontakt:
Dr. Iris Schröder-Maiwald
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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