Der Hessische Philologenverband ist empört, es reicht!

2014-04-30_121235Landesregierung düpiert Spitzenbeamte
Gleichsam als Verhöhnung der eigenen Arbeitsleistung müssen die Schulleiterinnen und Schulleiter den Umgang mit einer Arbeitszeitstudie verstehen, die der Landesverband Hessen der Bundesvereinigung der Oberstudiendirektoren in Auftrag gegeben hatte. Das sich daraus ergebende Gutachten des Verfassungsrechtlers Alexander Thiele von der Universität Göttingen kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Das Kultusministerium verstößt durch Unterlassung gegen die ihm obliegende Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bediensteten.

Letztlich verstößt es damit gegen das Grundgesetz und weitere einschlägige Gesetze, wie heute (07.02.2018) in einem Artikel des Darmstädter Echo und des Wiesbadener Kurier festgestellt wurde. Die Missachtung der Belange der Bediensteten gipfelt in der Verweigerung einer Anhörung im zuständigen Schulausschuss des Hessischen Landtages.

Der Hessische Philologenverband ist empört über den Umgang mit demokratischen Institutionen und der erkennbaren Geringschätzung der Arbeitsleistung der hessischen Beamtinnen und Beamten, die noch immer die höchste Arbeitsbelastung in der gesamten Bundesrepublik Deutschland zu stemmen haben. Daher fordern die Philologen die Landesregierung und das Kultusministerium auf, sofort die Schulleiter-, Schulleitungs- und Schuldeputate deutlich zu erhöhen. Für Schulleiterinnen und Schuleiter an mittleren und großen Schulen bedeutet dies die völlige Freistellung von der Unterrichtsverpflichtung und die Erhöhung der übrigen Deputate um mindestens 30 bis 40 Prozent.

Der Kultusminister ist auf dem besten Weg, jegliches Vertrauen zu verspielen. Weder ist die aufrichtige Sorge um seine Bediensteten erkennbar, noch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Problemfeld der Arbeitsüberlastung. Der hessische Philologenverband fordert alle Lehrkräfte mit gymnasialem Lehramt auf, sich an der zeitnahen bundesweiten Arbeitszeitstudie zur Belastung der Gymnasiallehrerinnen und -lehrer zu beteiligen. Es gilt, ein Zeichen zu setzen und die Arbeitsbelastung zu dokumentieren.

Pressemeldung vom 07.02.2018

Kontakt:
Dr. Iris Schröder-Maiwald
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0611 / 33460701
E-Mail: schroeder-maiwald@hphv.de

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