DPhV zu der Bertelsmann-Studie „Demographische Rendite ade“

2015-05-28_105226Meidinger sieht dringenden Handlungsbedarf für Bundesländer und Kommunen „Zukunftschancen unserer Kinder nicht aufs Spiel setzen!“
Dringenden Handlungsbedarf attestiert der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Politik anlässlich der heutigen Vorstellung der Bertelsmann-Studie „Demographische Rendite ade!“.
Darin wird anhand aktualisierter Geburten- und Zuwanderungszahlen statt der bisher von der Kultusministerkonferenz prognostizierten rückläufigen Schülerzahlen bis 2030 für Grundschulen und den Bereich der Mittelstufe anderer Schularten von einem Mehrbedarf von über 50.000 Lehrkräften und dem dringend notwendigen Neubau von über 1000 Schulen ausgegangen.

Für den Bereich der Gymnasien schätzt der DPhV-Vorsitzende den Mehrbedarf an Gymnasiallehrern, der zusätzlich zum jährlichen Ersatzbedarf bis 2030 notwendig ist, auf über 10 000 Lehrkräfte.

„Es ist allerhöchste Zeit, dass die Politik auf diese aktualisierten Schülerzahlenprognosen reagiert. Die Konsequenz kann nur heißen, alle auf den bisherigen Annahmen basierenden Streichungen von Lehrerstellen in einzelnen Bundesländern sofort zu stoppen und durch zusätzliche Investitionen in den Bildungsbereich dafür zu sorgen, dass steigende Schülerzahlen nicht wieder wie in den 80-er und 90-er Jahren zu Verschlechterungen bei der Bildungsqualität, etwa steigenden Klassengrößen, führen“, betonte der Verbandsvorsitzende.

Neben den Bundesländern, die für die Einstellung von Lehrkräften zuständig sind, sieht Meidinger jetzt auch verstärkt die Kommunen in der Pflicht: „Vor allem in den Ballungsgebieten, wo der Schüleranstieg am stärksten ist, aber nicht nur dort, müssen zeitnah milliardenschwere Neubauprogramme von Schulhäusern aufgelegt werden!“

Der DPhV-Vorsitzende appellierte an die Politik, die aktualisierten Prognosen für die Schülerzahlentwicklung nicht als Last und Bedrohung, sondern als große Chance zu sehen: „Wir sollten uns über die Tatsache, dass es in Deutschland deutlich mehr junge Menschen, Schülerinnen und Schüler geben wird, zunächst einmal freuen, weil darin auch bessere Zukunftschancen für unsere Gesellschaft stecken. Die Politik hat aber jetzt auch eine große Verantwortung, der sie gerecht werden muss. Ich kann nur davor warnen, die gleichen Fehler wie vor 30 Jahren nochmals zu machen und zu versuchen, durch Sparmaßnahmen ´Schülerberge zu untertunneln’. Wer so etwas ins Kalkül zieht, setzt die Zukunftschancen unserer Jugendlichen aufs Spiel!“

DPhV Pressemeldung, 12.07.2017

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