Stellungnahme des HPhV zu dem Gesetzentwurf der FDP für ein Gesetz zur Vermeidung des Unterrichtsausfalls durch Lehrerfortbildung und zur Verbesserung der Lehrerfortbildung in der unterrichtsfreien Zeit

hphv-logoFortbildung ist kein Selbstzweck, sondern Teil der Qualitätsentwicklung von Schule. Sie ist sowohl prozess- und damit alltagsbegleitend als auch Basis individueller und schulspezifischer Entwicklungen.  Der Vorstoß der FDP verwundert: Woher kommt die Einschätzung  der FDP, dass der Arbeitsalltag von Lehrkräften weiter belastet werden kann?

Repräsentative neuere Arbeitszeituntersuchungen, die Grundlage eines solchen Vorstoßes sein sollten, fehlen und sind dem Entwurf der FDP nicht zu Grunde gelegt. Bereits die Arbeitszeitstudie von Mummert und Partner aus dem Jahr 1999 zeigte die hohe zeitliche Beanspruchung vieler, besonders der korrekturbelasteten Lehrkräfte, auf.

Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen bilden sich bereits ohne gesetzliche Regelung außerhalb der Unterrichtszeit, zum Beispiel im Rahmen von Ferienakademien und oftmals eigenfinanziert, fort. Doch gerade unterrichtsrelevante Fortbildungen bedingen auch Erprobung und Reflexion der Inhalte in Phasen des Unterrichts. Dies ist bei dem angestrebten Gesetzesentwurf der FDP nicht berücksichtigt.

Die vorgelegte Gesetzesänderung hilft nicht, die Qualität von Unterricht zu verbessern. Nach § 66 Abs. 4 des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes i. d. F. vom 5. Februar 2016 sollen Fortbildungen in der Regel in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden. Dies ist eindeutig und es bedarf keiner Präzisierung durch eine Verstärkung des Gesetzesbefehls. Daher lehnt der Hessische Philologenverband den vorliegenden Gesetzentwurf ab.

Jürgen Hartmann, Vorsitzender des Hessischen Philologenverbandes

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