SPA-Tagung: Leere Versprechen der Landesregierung

SPAAuf der diesjährigen Wochenendtagung vom 29. bis 30.05. in Neu-Anspach beschäftigte sich der Schulpolitische Ausschuss (SPA) mit dringenden und drängenden Themen im Bereich der Schulpolitik. Folgende Themen wurden intensiv diskutiert:

  • Arbeitsbelastung der Lehrkräfte
    Mit großer Sorge betrachtet der Verband die stetig weiter wachsende Arbeitsbelastung der Lehrkräfte. Hessen hat bereits die höchste Arbeitszeit im Bundesgebiet. Trotzdem verlagert die Landesregierung bzw. das HKM immer neue Aufgaben in den Bereich der allgemeinbildenden Schule (Inklusion, Gesundheitserziehung, Berufsorientierung, Suchtprävention, etc.)
  • Bildungsgipfel
    Der Bildungsgipfel wurde zur Plattform einer Schulstrukturdebatte. Damit ist das Scheitern eigentlich schon vorprogrammiert. Der angestrebte Schulfriede ist auf Basis dieses Gipfels sicher nicht zu erreichen.
  • Haltung der Landesregierung zu den Gymnasien
    Der HPhV vermisst klare Aussagen zur Bedeutung des Gymnasiums. Die beliebteste und erfolgreichste Schulform wird stattdessen ständig relativiert und de facto in Frage gestellt – allen Lippenbekenntnissen zum Trotz.
  • A 14 – A15 Stellen
    Im Bereich der A 14 – Stellen warten wir noch immer auf die Zuweisung der fest versprochenen Stellen im Umfang von 350-400 Stellen. Im Bereich der Funktionsstellen fordern wir die Hinterlegung der ausgewiesenen Stellen mit Geld.
  • Übernahme des Tarifergebnisses für den Beamtenbereich
    Eine Bewegung ist auf Seiten der Landesregierung nicht erkennbar. Trotz immenser Steuermehreinnahmen werden die Beamten schon wieder abgekoppelt.
  • Veränderungen bei der Beihilfe
    Auch wenn das Schlimmste verhindert werden konnte, sind die geplanten Einschnitte im Beihilferecht schmerzhaft. De facto ist hier eine Gehaltskürzung vorgesehen.
  • Veränderung der Oberstufenfaktoren
    Die Veränderung der Anrechnungsfaktoren kam unangekündigt und überraschend. Sie bedeuten an den Schulen mit GOS eine Stelleneinbuße von ca. 3-4 Stellen, größere Kurse bei gleichzeitig verringertem Wahlangebot.
  • Schlechte Einstellungschancen für Gymnasiallehrkräfte
    Durch die o.a. Maßnahme verschlechtern sich direkt die Einstellungschancen unserer gut ausgebildeten und gut qualifizierten Lehrkräfte nach dem Referendariat.
  • Bundesweite Abiturprüfungen ab 2017
    Es ist beschlossen, dass ab 2017 einzelne Prüfungsteile im schriftlichen Abitur bundesweit geprüft werden sollen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die hessischen Prüfungen. Das schriftliche Abitur müsste dann zumindest teilweise nach den Osterferien stattfinden.
  • Neue Beurteilungsrichtlinien für Lehrkräfte
    Die geplanten und im Entwurf vorliegenden Beurteilungsrichtlinien für Lehrkräfte stoßen auf den erheblichen Widerspruch des HPhV. Es wird versucht, Lehrerpersönlichkeiten zu modularisieren und den Kernbereich des Tätigkeitfeldes, den Unterricht, aus der Bewertung auszuklammern bzw. gering zu schätzen.
  • Stellungnahmen zu vorgelegten Erlassen
    Alle diese Themen werden vom HPhV bei allen Gesprächen im HKM oder auf politischer Ebene angesprochen und angemahnt. Zu vorgelegten Erlassen und Verordnungen nimmt der HPhV kritisch und ausführlich Stellung. Der SPA hat im vergangenen Jahr Vorlagen zu Stellungnahmen zu den Themen Aufsichtserlass, Berufsorientierung, Suchtprävention, Funktionsstellen und Beurteilungsrichtlinien erarbeitet.
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