HPHV - Hessischer Philologenverband

Die Gewerkschaft der Gymnasiallehrrerinnen und Gymnasiallehrer in Hessen

Berichte

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Präsentation für Abiturienten - Seminar mit Leif Ahrens am 8. März 2010

vom 08.03.2010

Da die Thematik mit diesem Trainer schon mehrmals bearbeitet wurde, war für ihn diesmal der Spagat zwischen der Art von Präsentationen, die zum Beispiel in der Wirtschaft durch Manager gehalten werden und der von Präsentationen im Abitur bei diesem Seminar nicht mehr so groß.
Während der Vorstellungsrunde wurde bereits deutlich, dass landauf, landab nicht nur verschiedene Konkretisierungen hinter dem Begriff ‘Präsentation im Abitur’ stehen, sondern dass zum Teil auch große Unterschiede in den Bewertungsrastern existieren. Der Referent machte jedoch gleich zu Beginn deutlich, dass es bei diesem Seminar nicht um Bewertungsraster ging. Authentizität sei ein wichtiges Kriterium für eine gute Präsentation.
Damit diese der Persönlichkeit der Präsentierenden entspricht, offerierte der Referent zu den Bereichen Einstieg – Hauptteil – Ausstieg eine wohlgefüllte Ideenbörse und animierte die Teilnehmenden, sich aus diesem Füllhorn zu bedienen und die Ideen nach ihrem Gusto dann in der Praxis mit ihren Schülerinnen und Schülern anzuwenden.
Mit dem Zitat des Kirchenvaters Augustinus »In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden möchtest!« begründete Leif Ahrens die Notwendigkeit eines packenden Einstiegs, denn »wer das
erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande«.
Die Palette der möglichen Elemente eines so genannten ‘ear catchers’ reiche von einem Zitat/einer Schlagzeile über ein Sprichwort oder eine (rhetorische) Frage bis hin zur (leichten) Provokation. An dieser Stelle entwickelte sich eine erste Diskussion darüber, ob ein so genannter ‘eye catcher’ nicht mindestens ebenso gut geeignet sein könnte, die Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft (nach dem weitläufig bekannten AIDA-Prinzip (Attraction– Interest – Desire– Action) zu erregen.
Für den Hauptteil empfahl Leif Ahrens, sich auf nicht mehr als drei, maximal fünf, Aspekte, die durchaus nochmals unterteilt sein können, zu beschränken. Als Redner solle man mit dem zweitwichtigsten Aspekt beginnen und mit dem wichtigsten enden. Dabei solle der Präsentierende auch in der Argumentation (Argumentationsfiguren:
faktische, emotionale, moralische und taktische) konkret und präzise bleiben. Was ‘konkret und präzise’ bedeutet, konnten die Teilnehmenden in einer ‘Kopier’-Übung selbst feststellen. Wichtig sei es, die Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft steuern zu können.
Damit der Ausstieg bei der Zuhörerschaft ‘haften’ bleibe, sollte eine Zusammenfassung und eventuell eine Fortentwicklung der wichtigsten im Hauptteil erwähnten Aspekte erfolgen. Enden sollte eine gute Präsentation immer mit einer Aufforderung/einem Appell an die Zuhörer (vgl. A-I-D-A-Prinzip) und nicht mit einer so genannten ‘Killerphrase’.
Anschließend bot der Referent zum Thema ‘freie Rede’ ein ökonomisches Unterteilungssystem für Redekärtchen an.
Den krönenden Abschluss dieses gelungenen Seminars bildete eine Übung zur Verbesserung der Merkfähigkeit: die Teilnehmenden legten an ihren Körpern jeweils zehn ‘Briefkästen’ an.

Edith Krippner-Grimme

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