HPHV - Hessischer Philologenverband

Die Gewerkschaft der Gymnasiallehrrerinnen und Gymnasiallehrer in Hessen

DPhV-Mitteilungen

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Philologenverband erfreut über sehr hohe Leistungen in den Gymnasien vieler Bundesländer

vom 12.04.2010

Als besonders interessant bezeichnete es der Verbandsvorsitzende, dass die Hälfte der Gymnasiasten bereits gegen Ende der 9. Jahrgangsstufe die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz erfülle, die eigentlich erst am Ende der 10. Klasse erreicht werden müssten. Meidinger betonte: "Vor diesem Hintergrund gewinnt die bereits früher diskutierte Forderung, Gymnasiasten unter bestimmten Umständen bereits nach der 9. Klasse die Mittlere Reife zu verleihen, neue Brisanz."

Die Testergebnisse bestätigten nach Ansicht des Verbandschefs auch die Erkenntnis, dass ein enger Zusammenhang zwischen der im Studium erworbenen hohen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kompetenz der Lehrkräfte und den erreichten Schülerleistungen bestehe. Die überwiegend guten bis sehr guten Englisch- und Französischleistungen an Gymnasien seien zu einem großen Teil darauf zurückzuführen, dass die gymnasiale Lehrerbildung besonders anspruchsvoll sei.

Die Tatsache, dass im Fremdsprachenbereich die neuen Bundesländer dieses Mal nicht so gut abgeschnitten hätten, bezeichnete der Philologenverbandsvorsitzende als nicht besorgniserregend.

Bekanntlich habe der Englischunterricht in der DDR keine so große Rolle gespielt, so dass nach der Wende nicht genügend entsprechend ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung gestanden hätten. Allerdings habe sich auch in den neuen Bundesländern die Qualität des modernen Fremdsprachenunterrichts bereits deutlich verbessert.

Zum Länderranking stellte Meidinger fest: "An der Spitze der Leistungsergebnisse konnten sich wieder einmal jene Bundesländer platzieren, die erstens seit Jahren auf Leistung und Qualität setzen und zweitens eine hohe Kontinuität in der Bildungs- und Schulpolitik aufweisen. Hektische Reformschnellschüsse und Strukturänderungen von Wahl zu Wahl haben sich in den betroffenen Bundesländern nicht ausgezahlt!"

In diesem Zusammenhang äußerte der DPhV-Vorsitzende die Befürchtung, dass sich die im Saarland und in Hamburg geplante Verlängerung der Grundschulzeit negativ auf die Fremdsprachenkompetenz der Schüler auswirken werde. Brandenburg mit seiner sechsjährigen Grundschule nehme in allen Leistungskategorien zusammen mit Bremen hintere Plätze ein.

Als erschreckend und nicht akzeptabel bezeichnete es der Verbandschef, dass auch in diesem Testvergleich die Kompetenzunterschiede zwischen den Bundesländern erschreckend hoch seien. Bremische und brandenburgische Schülerinnen und Schüler hätten nicht die gleichen Chancen, hohe Kompetenzstufen zu erreichen, wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler in Bayern und Baden-Württemberg.

Auch die wiederum dokumentierten hohen Sprachdefizite in Deutsch bei einem Teil der Kinder mit Migrationshintergrund müssten Anlass sein, über verstärkte Fördermaß-nahmen nachzudenken.

Skeptisch äußerte sich Meidinger abschließend zu den Kenndaten bezüglich des Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Gymnasialbesuch. Zwar sei unbestritten, dass diese Koppelung nach wie vor zu stark sei. Es sei aber erklärungsbedürftig, warum die entsprechenden Daten zwischen PISA 2006 und diesem Testvergleich in einzelnen Bundesländern massiv differierten.

Berlin, den 23. Juni 2010

Eva Hertzfeldt
Pressesprecherin

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