HPHV - Hessischer Philologenverband

Die Gewerkschaft der Gymnasiallehrrerinnen und Gymnasiallehrer in Hessen

HPhV-Mitteilungen

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Junge Philologen Hessen: Kein Mangel an Mathematiklehrern in Hessen

vom 02.08.2009

Land weist knapp 50 Mathematikreferendare vor die Tür und verschwendet Geld

Junge Philologen Hessen fordern sofortige Aufstockung der Referendariatsplätze für Mathematik und Überprüfung des geplanten Quereinsteigerverfahrens

Die jüngsten Einstellungszahlen belegen, dass es in Hessen keinen Mangel an Referendarinnen und Referendaren für das Fach Mathematik gibt, sondern ausschließlich einen Mangel an Referendariatsplätzen.
Im aktuellen Bewerbungsverfahren für das Referendariat am Gymnasium wurden 23 Bewerberinnen und Bewerber mit dem Fach Mathematik mit der Begründung zurückgewiesen, es gäbe keine Ausbildungsplätze für sie, da diese von etwa gleich vielen Quereinsteigern belegt seien. Zählt man die abgelehnten Haupt- und Realschulbewerber mit Mathematik hinzu, erhöht sich die Anzahl sogar auf nahezu 50.

Dies ist ein Skandal sondergleichen!

Die Jungen Philologen Hessen haben kein Verständnis dafür, dass jungen Universitätsabsolventen, die die universitäre Qualifikation für das gymnasiale Lehramt in Mathematik haben, jetzt der Zugang zum Referendariat verweigert werden soll, wo seit Jahren behauptet wird, es gäbe nicht genügend Bewerber mit diesem Fach.
Deshalb fordern die Jungen Philologen Hessen vom Kultusministerium die sofortige Bereitstellung von weiteren Mitteln für die Studienseminare, um allen Interessentinnen und Interessenten wenigstens im Nachrückverfahren einen Ausbildungsplatz anbieten zu können. Jeder jetzt gewonnene Mathematikreferendar ist eine Investition in die Zukunft. Auch können diese hochwertigen Lehrkräfte schneller und überdies kostengünstiger als durch das wesentlich langsamere und teurere Quereinsteigerverfahren den hessischen Schulen zur Verfügung gestellt werden. Es ist inakzeptabel, einsatzbereite, dringend gesuchte Bewerber zu verprellen.
"Für die Zukunft müssen finanzielle Ausbildungsreserven und ein Pool von kurzfristig bereit stehenden zusätzlichen Ausbildern geschaffen werden, um flexibel auf einen solchen Andrang in angeblichen oder tatsächlichen Mangelfächern reagieren zu können", forderte Heiko Landmann, Landesvorsitzender der Jungen Philologen Hessen.
Ob unter diesen Bedingungen überhaupt das noch immer nicht rechtlich geregelte Quereinsteigerprogramm noch Sinn macht, erscheint fraglich. Dies umso mehr als die zu erwartende gesetzliche Regelung noch weniger eindeutig als unter dem damaligen Kultusminister Banzer die Gleichwertigkeit von Nachqualifikationsabschluss und voller Lehramtsausbildung mit Referendariat als verpflichtendes Ziel anzuerkennen scheint.
 

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