DPhV-Mitteilungen
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DPhV begrüßt Absicht der Wirtschaft, die Qualität und die Vergleichbarkeit des deutschen Abiturs zu stärken - Meidinger: Konkreter Handlungsvorschlag eines Kernabiturs ist fragwürdig und kaum umsetzbar
vom 19.10.2011Den Vorschlag eines an einem Tag zu schreibenden "Kernabiturs" in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in der Form von kompetenzorientierten Multiple-choice-Tests hält der DPhV-Vorsitzende für wenig zielführend. "Bei einem geplanten Ergebnisteil von 10 Prozent stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis. Die geforderte Institution, die in der Lage ist, dreimal 250 000 Abiturarbeiten in kürzester Zeit extern zu korrigieren, müsste mehrere Tausend Mitarbeiter umfassen. Außerdem graut mir vor dem Gedanken, ein Deutschabitur in Form einer Führerscheinprüfung zu konzipieren", betonte Meidinger.
Der Philologenverband tritt stattdessen für eine stärkere Standardisierung der Landeszentralabiturprüfungen durch die gerade erarbeiteten Bildungsstandards ein, sowie für eine Angleichung der Regelungen über verbindliche Abiturfächer und die Notenerhebung in der Oberstufe. Auch eine stärkere Objektivierung der Abiturnoten durch eine Zweitkorrektur an einer anderen Schule wie etwa in Baden-Württemberg wäre nach Ansicht des DPhV-Vorsitzenden ein sinnvoller Weg.
„Ohne den festen politischen Willen aller Bundesländer, der Qualität beim Abitur oberste Priorität einzuräumen, wird es keine befriedigende Vergleichbarkeit geben. Wer den Prozess der Erarbeitung von Bildungsstandards für das Abitur aus der Nähe betrachten konnte, muss daran allerdings nach wie vor Zweifel haben“, sagte der DPhV-Vorsitzende.
