HPhV-Mitteilungen
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Allensbach-Umfrage zur Schulpolitik und zum Lehrerbild: Unzufriedenheit mit G8 und großen Klassen
vom 01.04.2010Die hessischen Befragten monierten zu große Klassen (53,6 Prozent). Als ersten positiven Schritt der hessischen Landesregierung sieht der Hessische Philologenverband (HPhV) die Begrenzung der Klassengrößen auf 30 Schüler. Diese Entwicklung müsse aber fortgesetzt werden: „Wir halten eine Begrenzung auf 25 Schüler langfristig für erstrebenswert“, so der stellvertretende Vorsitzende des HPhV, Herbert Grimme.
Besonders gravierend ist die schwache Zustimmung bezüglich der Umstellung von neun auf acht Jahre Gymnasium. Lediglich 11,3 Prozent der befragten Bundesbürger in Hessen halten diese Entscheidung für richtig und glauben, dass der bisherige Unterrichtsstoff auch in acht Jahren vermittelt werden kann. „Wir haben von Anfang an vor G8 gewarnt und halten es nach wie vor für eine Fehlentscheidung“, betont Grimme.
Knapp 55 Prozent gaben an, dass zu viele Stunden ausfielen. 46 Prozent der Befragten forderten, dass die Schüler stärker entsprechend ihrer Begabungen gefördert werden müssten und bestätigen damit eine langjährige Forderung des HPhV nach einem begabungsgerechten, gegliederten Schulwesen unter dem Prinzip des Förderns und Forderns. „Wir fühlen uns bestätigt, dass nur eine Stärkung der einzelnen Schulformen die Allgemeinbildung und die Berufschancen ihrer jeweiligen Absolventen sicherstellt“, so Grimme. Diese Position wird auch durch die Ablehnung des längeren gemeinsamen Unterrichtens bis zur siebten Klasse deutlich. Eine eindeutige Mehrheit (77,3 Prozent) der in Hessen interviewten Bundesbürger lehnt dies ab.
Ebenfalls bestätigt sieht sich der HPhV in der Ablehnung einer Eignungsfeststellung für Lehramtsstudenten zu Beginn bzw. in einer frühen Phase des Studiums. 58,2 Prozent der Befragten glauben, dass es sich erst während des Studiums zeigt, ob ein Student geeignet ist, Lehrer zu werden. Die Umfrage zeigt weiter, wie wichtig Eltern und Schülern eine hohe fachliche Kompetenz der Lehrkräfte ist, so dass sich der HPhV in seinem Anliegen bestätigt sieht, sich eine gute Lehrerausbildung einzusetzen. Auch sehen die Befragten die hohe Belastung der Lehrkräfte. Über 65 Prozent stimmten zu, dass Lehrer viele Erziehungsfehler ausgleichen müssen, einen sehr anstrengen Beruf haben und große Verantwortung tragen. "Die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer in unserem Land ist von unschätzbarem Wert und verdient daher höchste Wertschätzung und Anerkennung in der Gesellschaft“, bekräftigt Grimme.
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